Bafög 2006/2007

Dies ist ein Erfahrungsbericht, in dem ich auf alle möglichen und vor allem unmöglichen Aspekte der Beantragung vom BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz, mit dem Kürzel BAföG wird umgangssprachlich auch die Förderung bezeichnet, die sich aus dem Gesetz ergibt.) und die ganzen Amtsgänge und weitere Seltsamkeiten einen Fokus setzen möchte.
Durcheinander Es war einmal ein kleiner Student, der nicht viel Geld hatte und nicht aus reichem Haus stammte. Dieser kleine Student hatte das Glück in Deutschland zu wohnen, wo kleine Studenten wie er, in den Genuss einer staatlichen finanziellen Förderung kommen konnten um das Studium zu erleichtern. Das freute den kleinen Studenten sehr. Als er also am Anfang seines Studiums der Digitalen Medien sich zum hiesigen BAföG Amt begab, traf er auf eine freundliche Sachbearbeiterin die ihm dabei half die fünf mehrseitigen Antragsformulare mit den entsprechenden intimen Angaben zu füllen, sodass diesem Antrag kurz darauf (im Oktober gestellt, im Dezember bewilligt) stattgegeben wurde und er einen kleinen Beitrag zum Leben erhielt. Das fand der kleine Student gut.

Neues Studium

Nach einer kurzen Zeit aber bemerkte er, dass ihm das Studium der digitalen Medien nicht so sehr gefiel und nicht seinen Neigungen entsprach. Also beschloss er an eine andere Hochschule zu gehen und im «Lehramt, Grund- und Hauptschule» sein Glück zu finden. Ihm war klar, dass er seinen BAföG Antrag erneut stellen musste. So stand er also ein Jahr später, wieder im Oktober an einem anderen BAföG Amt. Hier war die Sachbearbeiterin nicht ganz so nett, wie beim ersten Mal, aber trotzdem sehr hilfreich beim Kampf gegen die Formulare. Es war nämlich dieses Mal um einiges schwieriger als beim ersten mal, da ein Fachrichtungswechsel besondere extra Formulare verlangt. Das schreckte den kleinen Studenten jedoch nicht ab und er stürzte sich abermals ins Kampfgetümmel. Nach gewonnener Schlacht, ließ er sich noch sagen, dass sein Antrag wieder etwa sechs bis acht Wochen brauchen würde, bis er genehmigt sei.

Warten Warten Warten…

Das saß er nun der kleine Student und wartete und wartete. Nach sechs Wochen ward noch keine Antwort in Sicht aber er wartete geduldig weiter. Auch nach acht Wochen kam kein Lebenszeichen vom Amt. Als ihm nach zehn Wochen seine Reserven ausgingen und er weder Geld für die Miete im Studentenwohnheim noch für etwas zu Essen hatte, fasste er sich ein Herz und schrieb eine E-Mail an das Bafög Amt. In der elften Woche nach dem Antrag bekam er endlich eine Antwort. Er öffnete mit großer Freude den ihm zugesandten Brief. Er las ihn die ersten Zeilen und freute sich «Ihrem Antrag vom…. stimmen wir zu…». Doch er freute sich zu früh, denn ganz unten auf dem Brief stand noch eine kurze Nachricht, dass man sich noch nicht einig sei, wie viel er bekommen solle und deshalb noch keine Zahlung erfolgen könne. Das ärgerte den kleinen Studenten so sehr, dass wenn er Rumpelstilzchen geheißen hätte, er sich auf der Stelle selbst in zwei Teile zerrissen hätte.
Noch in der elften Woche bekam er von seiner Familie ein wenig Geld geschickt, das ihm aus den schlimmsten Nöten helfen konnte.

Da sitzt er nun der kleine Student und wartet auf sein BAföG…

Und wenn er nicht gestorben ist, dann wartet er noch heute.

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